Beschreibung
Der interreligiöse Dialog wird häufig diskutiert, und es finden diverse Konferenzen und Foren statt. Dennoch fehlt es an einer tieferen Auseinandersetzung mit diesem Thema in der praktischen Theologie und im Alltag der muslimischen wie auch der christlichen Gemeinschaft. Zweifellos ist die christliche, insbesondere die katholische Seite, in diesem Bereich deutlich aktiver als die muslimische, die eher von ihren christlichen Glaubensgenossen zum religiösen Dialog angeregt wird. Während meiner Masterarbeit wurde mir bewusst, dass man im Falle von Islam und Christentum im Grunde von zwei theologischen Positionen sprechen kann – einer positiven und einer negativen. Beide, die positive und die negative Theologie, haben nicht nur eine theologische, sondern auch eine gegenwärtige und soziale Dimension. Die positive Theologie wird beispielsweise von den Mystikern des Christentums und des Islam vertreten, die in ihren Schriften die Erlösung aller Menschen, manche sogar die Möglichkeit der Erlösung Satans, nahelegen, sofern er seinen Stolz überwindet und sich vor Gott demütigt. Die soziale Dimension umfasst jedoch auch die Tatsache, dass beispielsweise – vor allem historisch bedingt – die positive Theologie im Verhältnis zwischen muslimischen Herrschern und christlichen Untertanen, etwa im Osmanischen Reich, eine Rolle spielte. Umgekehrt verlor die positive Theologie mit dem Niedergang der Macht und des intellektuellen Niveaus des Osmanischen Reiches an Bedeutung.
Information
Author: Lhoťan Lukáš
Publication date: 25. November 2024
Manufacturer: Lhoťan Lukáš
Genres: Fach- und technische Literatur, Bücher, Gesellschaft und Politik, Sozialwissenschaften
Type: Bücher - Taschenbuch
Pages: 92
ISBN/EAN: 9788088352426

