Beschreibung
Das Oberlandesgericht, Mitte des 13. Jahrhunderts unter Přemysl Otakar II. gegründet, war über Jahrhunderte eines der bedeutendsten Organe der öffentlichen Gewalt im Königreich Böhmen. Es war nicht nur das angesehenste und anerkannteste Gericht, ausschließlich zuständig für Streitigkeiten um Grundbesitz, sondern seine Zuständigkeiten erstreckten sich auch auf administrative und politische Bereiche. Seine Laienrichter, unter denen traditionell die höchsten regionalen Beamten einen Ehrenplatz einnahmen, bildeten einen engeren königlichen Rat und beeinflussten maßgeblich das Schicksal des gesamten böhmischen Staates. Das Oberlandesgericht erfüllte zudem eine normgebende Funktion und konnte durch sogenannte Generalbeschlüsse (deren Bedeutung jedoch in der frühen Neuzeit ihren Höhepunkt erreichte) die Ausgestaltung des Adelsrechts prägen. Es mutet daher paradox an, dass die tschechische Rechtsgeschichte dieser Schlüsselinstitution bisher wenig Beachtung geschenkt hat. Das vorliegende Buch versucht, diese Lücke teilweise zu schließen, indem es den aktuellen Wissensstand zu Ursprung, Zuständigkeiten und Zusammensetzung des Oberlandesgerichts auf Grundlage von Archivrecherchen zusammenfasst und dessen Personalstruktur zur Zeit Kaiser Rudolfs II. detailliert darstellt.
Information
Author: Starý Marek
Language: Czech
Publication date: 1. Mai 2014
Manufacturer: Auditorium sro
Genres: Sachliteratur, Bücher, Geschichte und Fakten
Type: Bücher - Taschenbuch
Pages: 412
ISBN/EAN: 9788087284384

