Beschreibung
Boris Ejchenbaum (1886–1959) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des russischen Formalismus. Seine wissenschaftlichen Anfänge sind mit dem schwindenden Symbolismus, dessen Ästhetik und philosophischen Fragestellungen verbunden. Nach 1917 schloss er sich der aufkommenden formalistischen Bewegung an (zu deren prominenten Vertretern unter anderem W. Schklowski, R. Jakobson, J. Tynjanow und B. Tomaschewski zählen), zu der er insbesondere im Bereich der Prosaanalyse beitrug. Er konzentrierte sich auf die Probleme der Erzählstruktur (die Rolle des Erzählers), formulierte zentrale Fragen zur Zeit in der Literaturgeschichte, befasste sich mit dem Klangaspekt künstlerischer Werke, dem Verhältnis von Lyrik und Prosa und hinterfragte die Bedeutung von Literaturtheorie und -geschichte. Er bereicherte die literarische Terminologie um Begriffe, die bis heute Verwendung finden (z. B. „skaz“, literarisches Leben). Doch beschränkte er sich nicht ausschließlich auf seine eigene Literatur – er interessierte sich auch für Fragen der künstlerischen Performance und des Films sowie deren Verhältnis zu verbalen Werken. Nach dem Niedergang des Formalismus und in einer Zeit zunehmenden ideologischen Drucks widmete er sich vorwiegend der editorischen Praxis und textkritischen Fragestellungen. Insgesamt stellt sein wissenschaftliches Werk eine neue, nicht-akademische Denkweise dar, die eine Reihe von Fragen beantworten kann.
Information
Author: Ejchenbaum Boris
Language: Czech
Publication date: 1. Januar 2013
Manufacturer: Nakladatelství Triáda, sro
Genres: Sachliteratur, Bücher
Type: Gebundene Bücher
Pages: 324
ISBN/EAN: 9788074740626

