Beschreibung
Die Stadt Trochenbrod, auf Polnisch Zofjówka, unterschied sich von den meisten ähnlichen Orten in Osteuropa nur dadurch, dass ihre Einwohner – bis auf wenige Ausnahmen – Juden waren, die Jiddisch sprachen. Damals wuchs und gedieh diese einzigartige jüdische Stadt inmitten der Wälder Wolhyniens. Im September 1939, nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Polen, wurde Zofjówka in die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert und in Sofievka umbenannt. Zwei Jahre später annektierte Nazi-Deutschland die Stadt unter dem neuen germanisierten Namen Trochenbrod. Ihre Einwohner wurden ermordet, die Häuser dem Erdboden gleichgemacht, und nach der Rückkehr der Sowjetmacht wurden alle Spuren beseitigt. Wo einst Straßen, Marktplätze, Synagogen, Parks und Friedhöfe standen, wuchs nur noch Gras. Doch weder die Nazis noch die Kommunisten konnten den Geist des Ortes auslöschen, der in Geschichten und Legenden über ein kleines Stück Paradies tief im Wald weiterlebte. Zu seiner Unsterblichkeit trug auch der Dokumentarfilm „Im Himmel ist es leer“ (2010) von Avrom Bendavid-Val bei. Der amerikanische Ökonom Bendavid-Val, Sohn eines der noch lebenden Einwohner von Trochenbrod, widmete viele Jahre der Erforschung der Geschichte der untergegangenen Stadt und trug Informationen über das Leben der Menschen, ihre Bräuche und ihre Kultur zusammen. Das Ergebnis ist ein fesselndes Porträt des Schtetls von seiner Gründung im frühen 19. Jahrhundert an.
Informationen
Author: Bendavid-Val Avrom
Language: Tschechisch
Publication date: 29. September 2021
Manufacturer: Dr. Aleš Lederer
Genres: Sachliteratur, Bücher, Geschichte und Fakten
Type: Gebundene Bücher
Pages: 256
ISBN/EAN: 9788072604869

