Beschreibung
Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf nähert sich der Frage des Zölibats aus historischer Perspektive und geht von der Prämisse aus, dass das Neue Testament keine Stellung zum Zölibat bezieht. Daher habe die Position der Kirche seit dem frühen Mittelalter zahlreiche Wandlungen durchgemacht: von der Akzeptanz der Ehe über die Einschränkung sexueller Beziehungen zwischen Ehepartnern im Zusammenhang mit dem Empfang der Sakramente und die Anerkennung der Tatsache, dass ostchristliche Kirchen Priestern die Heirat erlaubten, bis hin zur endgültigen Verschärfung des Zölibats im 19. Jahrhundert, genauer gesagt an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Neben kirchenökonomischen Gründen – ohne Nachkommen kein Erbe – sieht Wolf weitere Quellen für den Zölibat, sowohl in jüdischen Reinheitsvorschriften als auch in der Spätantike, insbesondere bei den Stoikern (asketisches Ideal) und Gnostikern mit ihrem Dualismus von Materie und Geist. Dieses asketische Ideal stehe jedoch, so Wolf, im Widerspruch zum Bild Jesu. Neben einer Reihe historischer Aspekte behandelt der Autor auch aktuelle Probleme im Zusammenhang mit dem Zölibat, wie den Priestermangel und die enorme Zahl von Fällen sexuellen Missbrauchs. Der Autor bemüht sich um eine sachliche und ausgewogene Herangehensweise, verschweigt aber gleichzeitig nicht seine eigene Position zu dem Thema, die sich im Titel des letzten Kapitels widerspiegelt: „Das alte System ist gereift…“.
Information
Author: Wolf Hubert
Language: Czech
Publication date: 15. September 2020
Manufacturer: Dr. Aleš Lederer
Genres: Poesie und Verse, Essays, Reflexionen und Artikel, Bücher, Fiktion
Type: Bücher - Taschenbuch
Pages: 200
ISBN/EAN: 9788072604623

