Beschreibung
Wolfgang Hilbig (1941–2007) war ursprünglich ostdeutscher Schriftsteller und emigrierte 1985 nach Westdeutschland. Diese doppelte Erfahrung spiegelt sich maßgeblich in seinem Roman „Das Provisorium“ (2000) wider. Der Protagonist dieser ausdrucksstarken, stark subjektiven Prosa ist ein ostdeutscher Schriftsteller namens C., der ein Langzeitvisum für die Bundesrepublik Deutschland erhalten hat. Er fühlt sich hier jedoch unzufrieden und kann weder intensiv leben noch arbeiten. Er empfindet seinen Platz in dieser Welt als provisorisch, als einen Ort „zwischen den Zonen“ – im Osten gibt es keine Freiheit, und der Westen ist zu sehr vom Konsum beherrscht. Der Roman kann auch als einzigartiges Zeugnis der Gefühle der Ostdeutschen nach der Revolution gelesen werden, ihrer Desillusionierung durch überzogene Erwartungen und unzureichende Freiheitsvorstellungen sowie ihrer Unfähigkeit, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen. Die Zerrissenheit des Protagonisten ist rein individuell: Er ist anerkannt, aber arbeitsunfähig, fürchtet öffentliche Lesungen ebenso sehr wie Literaturkritik, verfällt zunehmend dem Alkohol, ist unfähig zu lieben und schwankt zwischen zwei Frauen… Der Roman erzählt die qualvolle Reise eines entwurzelten Menschen, der zwischen zwei Welten kreist und sich letztlich dem kleineren Übel zuwendet. Gleichzeitig dient er als Allegorie eines Menschen, der…
Information
Author: Hilbig Wolfgang
Language: Czech
Publication date: 26. August 2014
Manufacturer: Dr. Aleš Lederer
Genres: Romane, Bücher, Fiktion, Weltliteratur
Type: Bücher - Taschenbuch
Pages: 232
ISBN/EAN: 9788072603053

